Monat: April 2021

  • Laufausrüstung: Meine Lieblinge – Teil 2 Funktionskleidung als „nice to have“

    Laufausrüstung: Meine Lieblinge – Teil 2 Funktionskleidung als „nice to have“

    Nachdem ich euch im letzten Blogbeitrag von den absoluten „must haves“ (Stirnlampe/Reflektoren und Schuhe) berichtet habe, geht es heute um die Dinge, die du nicht zwingend brauchst, die dir aber das Training wesentlich erleichtern und dich motivieren können. Dies gilt insbesondere für:

    Nice to have #1 Funktionskleidung

    Ja, na klar brauchst du irgendwelche Kleidung, um Sport zu machen. Eigentlich reichen dazu ein Shirt und eine Jogginghose. Eine Ausnahme betrifft jedoch die Läuferinnen unter uns: Egal welche Körbchengröße du trägst, empfehle ich dir, einen gutsitzenden Sport-BH mit extra starkem Halt zu tragen. Dazu werde ich ebenfalls noch einen eigenen Blogbeitrag verfassen, weil ich dieses Thema wirklich sehr wichtig finde und es einige Dinge gibt, auf die man, resp. frau beim Kauf achten sollte.

    Wenn du jedoch das Laufen etwas mehr genießen willst, empfehle ich dir die Anschaffung von Funktionskleidung. Funktionskleidung besteht aus Kunstfasergewebe und zeichnet sich dadurch aus, dass sie besonders atmungsaktiv und wasserabweisend sowie den Schweiß wegtransportiert. Je nachdem kann Funktionskleidung zusätzlich auch noch wind- und wasserdicht, wärmend oder kühlend und UV-beständig sein. Im Gegensatz dazu saugt Kleidung aus Baumwolle den Schweiß auf und klebt unangenehm auf der Haut.

    Zu meiner Grundausrüstung gehören: Socken, Slip, Sport-BH, lange Hose, kurze Hose, kurzärmliges Shirt, langärmliges Shirt / Jäckchen, wasserabweisende Jacke und vor allem für den Winter Handschuhe und Mütze resp. Stirnband. Wenn du losläufst, darf dir ruhig ein bisschen kalt sein, dein Körper wird sich schnell erwärmen. Wenn es draußen ganz kalt werden sollte, wird oft das Zwiebelprinzip empfohlen, auf das ich auch gerne zurückgreife: eine enganliegende Unterschicht für den Abtransport des Schweißes, eine wärmende Mittelschicht zur Isolation und zu guter Letzt eine wasserabweisende Oberschicht. Das Gute dabei ist – sollte dir zu warm werden, kannst du einfach eine Schicht ausziehen und dir umbinden.

    Dann gibt es noch so genannte Kompressionskleidung, die ganz eng am Körper anliegt. Zwar fördert diese Kleidung die Durchblutung der Muskulatur und des Bindegewebes, ein Effekt auf die Laufleistung konnte bisher aber noch nie wissenschaftlich nachgewiesen werden. Doch ganz viele Sportler*innen greifen vor allem auf Kompressionsstrümpfe und Tights zurück. Vermutlich einfach, weil sie zu einem guten Körpergefühl beitragen. Ich persönlich finde es jedoch wichtiger, darauf zu achten, dass die Kleidung keine Nähte hat. Diese mögen zwar noch so unbedeutend sein, glaub mir, wenn ihr mehr als eine Stunde unterwegs seid, dann werdet ihr die Reibung irgendwann spüren und es kann sogar zu Hauptverletzungen kommen.

    Dann noch zwei letzte Tipps zum Kauf von Funktionskleidung: Auch wenn ich das Tragen zusätzlicher Reflektoren empfehle, können schon welche in der Kleidung integriert sein. Das ist besonders dann hilfreich, wenn ihr spontan mal eure Runde verlängert und die Dämmerung dann schon einsetzt. Da seid ihr einfach auf der sicheren Seite. Dann noch: Kauft, was euch gefällt. Es gibt Funktionskleidung in allen Farben und mit lustigen Sprüchen drauf, wenn euch das motiviert, dann tragt es bitte einfach!

    Und doch noch einmal ein Einschub zur Pflege von Funktionskleidung: Am besten wascht ihr die Kleidung mit Feinwaschmittel bei 30° C und verwendet dabei keinen Weichspüler. Dieser kann die Fasern verkleben und die Funktionalität der Kleidung einschränken. Mein absoluter Favorit bei den Waschmitteln ist Perwoll Sport.

    Unglaublich, ursprünglich wollte ich gleich auf mehrere Laufausrüstungsgegenstände eingehen, die ich als „nice to have“ bezeichnen würde. Ich hätte aber nicht gedacht, dass es bei der Funktionskleidung doch so viel zu beachten gibt. Naja, dann müsst ihr halt auf meinen nächsten Blogbeitrag warten. Da werde ich unter anderem auf Hilfsmittel zur Aufzeichnung deiner Läufe eingehen.

  • Laufausrüstung: Meine Lieblinge – Teil 1 „must haves“

    Laufausrüstung: Meine Lieblinge – Teil 1 „must haves“

    „Wenn du mit dem Laufen anfangen willst, benötigst du zunächst keine große Ausrüstung. Zieh dir einfach bequeme Sportkleidung an und Schuhe, in denen du gut laufen kannst.“

    Ein Zitat aus meinem allerersten Blogbeitrag. Dem stimme ich heute noch immer zu. Wenn du allerdings regelmäßig laufen gehst und vielleicht auch schon die ersten Wettkämpfe absolviert hast, gibt es bestimmte Hilfsmittel oder auch Accessoires, die dir dein Training erleichtern oder dich einfach motivieren. In diesem Blogbeitrag werde ich euch, basierend auf meinen eigenen Erfahrungen, von den wichtigsten Ausrüstungsgegenständen berichten und euch Tipps geben, worauf ihr beim Kauf achten könnt. Mir ist es wichtig zu erwähnen, dass ich jeweils längst nicht alle Hersteller ausprobiert habe und auch von keinem für Kaufempfehlungen bezahlt werde. Wie gesagt, es handelt sich um einen ganz persönlichen Erfahrungsbericht. Bestimmte Ausrüstungsgegenstände sind so wichtig und vielseitig, dass ich dazu einen eigenen Blogbeitrag verfassen und hier nur kurz umreißen werde. Ich werde die Gegenstände nach Ihrer Relevanz ordnen, also mit den „must haves“ beginnen und mit den „nice to haves“ enden.

    Must have #1 Reflektoren und Stirnlampe

    Ja, nach vor den Laufschuhen möchte ich die Stirnlampe und die Reflektoren stellen. Gerade in den Wintermonaten, wo man kaum die Zeit findet, noch im Tageslicht laufen zu gehen, gehören diese zwei Ausrüstungsgegenstände zur Grundausrüstung. Ihr solltet zumindest immer eines davon bei euch tragen. Denn entweder ihr lauft auf einer ebenen und gut beleuchteten Straße, dann ist es wichtig, dass euch entgegenkommende Fahrzeuge frühzeitig sehen, oder ihr lauft auf einem Feldweg ohne Straßenverkehr, dann empfehle ich euch das Tragen einer Stirnlampe, um euch nicht zu verletzen.

    Reflektoren könnt ihr eigentlich in allen Sportgeschäften oder auch online für wenig Geld kaufen, da habe ich keine spezielle Empfehlung. Ich könnt natürlich auch auf die Sicherheitsweste zurückgreifen, die in eurem Auto liegt. Eine andere Möglichkeit besteht darin, sich Funktionskleidung mit integrierten Reflektoren zu kaufen. Aber auch hier würde ich in der Dunkelheit zu zusätzlichen Reflektoren um die Arme und Beine raten.

    Meine Stirnlampe habe ich mal bei Tchibo gekauft, kann sie allerdings nicht mehr online zum Kaufen finden. Achtet doch darauf, dass ihr euch eine ohne Batteriefach holt. So eine hatte ich auch schon einmal und die war einerseits sehr schwer, andererseits hingen überall Kabel rum. Am besten kauft ihr eine, die ihr mit einem USB-Kabel laden könnt.

    Must have #2 Laufschuhe

    Laufschuhe sind das A und O, wenn du länger und vor allem verletzungsfrei laufen willst. Hier habe ich so viel zu berichten, dass ich dazu einen eigenen Blogbeitrag verfassen werde. Hier aber schon mal einen Einblick in meine Sammlung, das sind drei meiner Lieblinge:

    Meine Trailrunning-Schuhe von Kalenji habe ich vor etwa 2 Jahren für meinen ersten Trailrun für fast kein Geld bei Decathlon gekauft. Ich habe einer der größten Sünden begangen und habe die Schuhe ohne Einlaufen gleich beim Wettkampf getragen, zum Glück blieb das ohne Folgen. Seitdem ist dieser Schuh mein treuer Begleiter im Gelände und bei Schnee und Eis. Eine ähnliche Version findet ihr im Onlineshop von Decathlon.

    Ebenfalls unglaublich gerne gehe ich mit meinem in den USA gekauften Nike free run laufen. Dieser Schuh ist ultraleicht und aufgrund seiner geringen Sprengung (dazu mehr im Blogbeitrag über Laufschuhe) optimal für einen verletzungsfreien Laufstil. Ein vergleichbares Modell findet ihr hier.

    Zu meinem Brooks Adrenaline GTS habe ich eine ganz enge Bindung, weil ich mit ihm meinen allerersten Marathon gelaufen bin, ebenfalls beschwerdefrei. Mittlerweile bin ich schon fast 700 Kilometer in ihm gelaufen (ja, ich zähle bei jedem Lauf mit) und er hält sich noch super.

    So, das war‘s eigentlich schon mit den unverzichtbaren Laufausrüstungsgegenständen. Mehr zu den „nice to haves“ in Teil 2 meines Blogbeitrags.

  • Trainingsplan – Teil 5: Der Tempolauf

    Trainingsplan – Teil 5: Der Tempolauf

    Wow, jetzt sind wir schon bei Teil 5 meiner Beiträge rund um das Thema Trainingsplan. Ich fasse noch ein letztes Mal die wichtigsten Erkenntnisse der letzten Beiträge zusammen:

    • Ein effektives Training besteht aus einem optimalen Reiz ausserhalb der Komfortzone sowie ausreichender Regeneration (Stichwort: Biologische Adaption).
    • Für die individuelle Trainingsgestaltung müssen die Grundschnelligkeit und die maximale Herzfrequenz erfasst werden. Dies geschieht bei mir im so genannten LC-1000-Test.
    • Die drei grundlegenden Trainingsbausteine eines jeden Laufcampus-Trainingsplans sind Regeneration, Dauerlauf und Tempolauf.
    • Beim Dauerlauf trainieren wir nach Herzfrequenz. Wir unterscheiden zwischen dem Supersauerstofflauf (SSL), dem langsamen Dauerlauf (LDL), dem mittleren Dauerlauf (MDL) und dem zügigen Dauerlauf (ZDL).

    Kommen wir heute nun zum Tempolauf resp. zum Tempotraining. Hier trainieren wir nicht mehr nach Herzfrequenz, sondern vordergründig nach einem zuvor festgelegten Tempo. Dieses geben wir in der so genannten Pace an, also den Minuten, die wir für einen Kilometer benötigen.

    Dieses Training ist insbesondere dann wichtig, wenn wir ein sehr konkretes Ziel vor Augen haben, wie z.B. einen Halbmarathon unter 2 Stunden zu laufen. Dann wäre unsere Zielzeit z.B. 1 Stunde 59 Minuten. Die Pace, die wir dazu im Durschnitt über die 21,0975 Kilometer laufen müssten, wäre dann 05:38 min/km. Und genau auf dieses Tempo gilt es dann hinzutrainieren. Diese Zielzeit beziehen wir dann natürlich in die Bestimmung der Tempotrainingsbereiche mit ein. Im untenstehenden Beispiel ist die Halbmarathonpace (HMRT) bei 05:47 angesetzt, das wären dann 2 Stunden und 2 Minuten, auch ein schönes Ziel. Und wie sieht das Tempotraining nun konkret aus?

    Eine der effektivsten Methoden ist das Intervalltraining. Dieses besteht aus kurzen, schnellen Läufen im Reiztempo (hier entweder im HMRT oder noch schneller) mit Erholungspausen dazwischen, also Reiz – Erholung – Reiz – Erholung usw. Erinnert euch das an etwas? Genau, dieses Training setzt genau das Prinzip der biologischen Adaption um. Der Körper gewöhnt sich dadurch zunehmend an das Reiztempo. Ganz konkret kann das Training dann so aussehen, dass wir 10 Minuten einlaufen, dann 1.5 Kilometer im HMRT absolvieren, 4 Minuten eine Gehpause einlegen und das ganze 10-mal wiederholen. Danach bitte das Auslaufen nicht vergessen! Natürlich können wir hier sowohl im Tempo wie auch in den Distanzen und Wiederholungen variieren und zunehmend aufbauen.

    Andere Möglichkeiten für das Tempotraining sind (Hügel)Fahrtspiele, HIT-Training, Bergsprints, oder Testwettkämpfe. Gerne zeige ich euch in weiteren Blogbeiträgen, wie solche Trainings dann genau aussehen. Nun kennt ihr jedoch schon mal alle wichtigen Bausteine eines Laufcampus-Trainingsplans. Seid ihr neugierig geworden, wie ein solcher Plan für euch und euer Ziel aussieht? Gerne erstelle ich gemeinsam mit euch einen ganz individuell auch euch abgestimmten Trainingsplan 😊