Monat: Juli 2022

  • Günstige In-ear-Sportkopfhörer im Test

    Günstige In-ear-Sportkopfhörer im Test

    So schön es auch ist, sich nur auf die Geräusche der Umwelt und den eigenen Körper zu konzentrieren, manchmal geht es einfach nicht ohne Musik – und bei langen Läufen nicht ohne einen guten Podcast oder ein Hörbuch. Ja, ich laufe auch sehr gerne mit Stöpsel im Ohr.

    In den letzten Monaten bin ich mit WI-SP500 In-ear Sport-Kopfhörer von Sony gelaufen und bin total zufrieden mit dem Produkt. Langsam macht sich jedoch der ständige Gebrauch bemerkbar, in dem sich die gummierten Teile Stück für Stück auflösen. Also mache ich mich auf die Suche nach einem günstigen Nachfolgermodell. Über Amazon Prime bestelle ich die folgenden vier Modelle:

    • TOZO A1 Mini Wireless Ohrhörer Bluetooth 5.3 (auf Amazon für 22,99 Euro)
    • Ordtop Bluetooth Kopfhörer 5.3 Sport (auf Amazon für 32,99 Euro)
    • Dzstorm In Ear Ohrhörer LED (auf Amazon für 25,48 Euro)
    • JBL Tune205BT Bluetooth Kopfhörer (auf Amazon für 22,99 Euro)

    Meine Ansprüche an solch günstige Kopfhörer sind nicht hoch: Sie müssen bequem sein, dürfen nicht rausfallen, die Tonqualität sollte akzeptabel sein und der Akku muss im Zweifelsfall einen Lauf im Marathontraining (bis zu vier Stunden) aushalten. Ich habe relativ schnell meinen Favoriten gefunden. Hier aber mal mein Ranking der vier Modelle.

    Platz 4: JBL Tune205BT Bluetooth Kopfhörer – einfach nur durchgefallen

    Klar, es handelt sich um ein sehr günstiges Modell. Aber von der bekannten Marke JBL hatte ich mir etwas mehr erhofft. Auch nachdem ich alle drei möglichen Größen der Silikonaufsätze ausprobiert hatte, fand der Kopfhörer einfach keinen Halt. Ich gab dem Modell noch eine Chance und ging damit auf meine morgendliche Laufrunde. Und da fingen die Probleme erst richtig an: Die beiden Bedientasten waren so schwer, dass sie bei jedem Schritt die Stöpsel aus den Ohr zogen. Ich trug das Kabel einmal vor und einmal hinter meinem Hals, aber das änderte überhaupt nicht. Die letzte Lösung: einmal um den Hals schlingen. Dies führte dazu, dass die Kopfhörer einigermaßen hielten, die Tasten jedoch auf mein Schlüsselbein schlugen. Zum Glück hatte ich nur einen kurzen Lauf eingeplant, so war die Qual schnell rum. Die Kopfhörer gingen noch am selben Tag zurück.

    Platz 3: TOZO A1 Mini Wireless Ohrhörer – untragbar

    Der Titel sagt eigentlich schon alles. Erwartungen waren für diesen Preis keine großen da, darum wurden sie auch nicht enttäuscht. Ich habe es schlicht und einfach nicht geschafft, die Stöpsel in die Ohren zu kriegen, ohne dass sie gleich wieder hinausfielen. Vielleicht liegt es auch in der Anatomie meiner Ohren. Aber die Sache hatte sich wenigstens schnell erledigt – ebenfalls durchgefallen.

    Platz 2: Ordtop Bluetooth Kopfhörer 5.3 Sport – solala

    Diese Kopfhörer haben durch ein schickes Case mit Akku-Anzeige in Prozent und einem schönen Design begeistert und gegenüber den Vorgängern durch einen zusätzlichen Bügel über dem Ohr mit wesentlich besserem Halt überzeugt. Auch sie haben mich auf eine Laufrunde begleitet. Fazit: Das Tragegefühl war nicht wirklich angenehm, ein schnelles Rausnehmen ist bei diesem Modell nicht ohne Weiteres möglich, die Soundqualität ist akzeptabel. Ich würde sicherlich mal den ein oder anderen Lauf damit absolvieren, mehr aber nicht.

    Platz 1: Dzstorm In Ear Ohrhörer LED – eine tolle Überraschung

    Von diesem Modell bin ich mehr als begeistert. Ich hatte echt meine Zweifel, ob ich auch „ohne“ kann. Damit meine ich das Kabel 😊. Ich konnte es kaum glauben, dass sich zwei Ohrstöpsel ohne Silikonaufsatz so angenehm in meine Ohren schmiegen können und dabei 1-A halten. Denn so war es. Auch das Design ist wirklich überzeugend: Auch bei diesem Model befinden sich die beiden Stöpsel in einem kleinen Case, das in jede Bauchtasche passt. Somit sind die Kopfhörer schnell versorgt und man hat keinen Kabelsalat. Das tolle: Befinden sich die Kopfhörer im Case, werden sie aufgeladen. Der Akkustand des Case sowie auch der Hörer wird außen angezeigt. Die Tonqualität ist für den Preis absolut in Ordnung, die Bedienung erfolgt intuitiv über Sensoren an den Kopfhörern, die im Bedarfsfall auch super schnell aus dem Ohr gezogen sind. Die Kopfhörer habe ich gleich nach einem längeren Lauf auch noch im Büro bei einer Telko getragen und das Mikro hat super funktioniert – zumindest glaube ich, verstanden worden zu sein. Der Akku hielt dann auch gleich ein paar weiter Tage aus. Fazit: Ein super günstiger Allrounder, der mich auf jeden Fall noch länger begleiten wird!

  • Eiger Ultra Trail – Erfahrungsbericht aus Grindelwald

    Eiger Ultra Trail – Erfahrungsbericht aus Grindelwald

    Hallo meine lieben Läufer*innen! Ich hatte ein unglaublich tolles verlängertes Wochenende in Grindelwald, wo vom 13. bis zum 17. Juli 2022 der spektakuläre Eiger Ultra Trail stattfand. Ich selbst als Trailrunning-Anfängerin habe nun schon zum zweiten Mal – diesmal zusammen mit meinem Mann – am Trail Surprise teilgenommen. In diesem Blogbeitrag berichte ich von meinen wunderschönen Erfahrungen.

    Anmeldung und Vorbereitung

    Nachdem die Entscheidung für die Teilnahme getroffen war, hieß es, den passenden Lauf auszusuchen. Zur Auswahl stehen sechs verschiedene Trails, wobei die 250, 101 oder auch schon 51 Kilometer, ganz abgesehen von den Höhenmetern, für mich vorerst nicht in Frage kommen. Da mein Mann, der bisher nur maximal 10 Kilometer gelaufen ist, mitmachen wollte, fiel die Entscheidung auf den Trail Surprise.

    Dieser Trail ist mit seinen 10 bis 15 Kilometer und 500 bis 1000 Höhenmeter der kürzeste und vor allem für Angehörige der Elitesportler*innen gedacht. Das Lustige daran: Die Strecke wird vorher nicht bekannt gegeben, es werden lediglich drei Tage vor dem Lauf die Streckenlänge sowie das Höhenprofil veröffentlicht. Und mit 35 Schweizer Franken Teilnahmegebühr ein absolutes Schnäppchen.

    Die Anmeldung erfolgte dann ganz unkompliziert, vor allem wenn man bereits ein Benutzerkonto hat, über Datasport. Danach wurde dann auch gleich das Hotel im wunderschönen Grindelwald gebucht – sollte man übrigens aufgrund der hohen Nachfrage frühzeitig in Angriff nehmen (ich habe bereits ein Zimmer für nächstes Jahr reserviert).

    Ankunft und erster Tag mit Sightseeing

    Wir sind Mittwochabend nach Grindelwald gefahren, wo die Läufer*innen bereits bei Ortseingang ganz herzlich begrüßt werden – so schön.

    Den Donnerstag haben wir dann dazu genutzt, uns an die Höhenluft zu gewöhnen und sind mit der Gondel zum Jungfraujoch gefahren, wo wir einen spektakulären Ausblick auf die Schweizer Bergwelt und den Aletschgletscher hatten. Ein wirklich sehr empfehlenswerter, wenn auch nicht ganz günstiger Ausflug.

    Danach ging es auf der anderen Seite des Dorfes hoch auf den Grindelwald First. Einmal den Cliff Walk abgelaufen (absoluter Nervenkitzel) und rasant mit Mountain Cars den Berg runter. Abend spazierten wir dann noch durch Grindelwald, das ganz im Zeichen des Eiger Ultra Trails stand. Überall waren sportlich aussehende Menschen unterwegs, entweder am schlendern oder bereits am Strecken ablaufen. Auf dem Dorfplatz wurde auch schon fleißig der Zielbereich mit Eventbühne und Messestände aufgebaut. Eine ganz schöne Stimmung.

    Tag des Laufes

    Freitagmorgen holten wir nach einem ausgiebigen Frühstück unsere Startunterlagen im Sportzentrum ab. Wirklich alles top organisiert, wir haben maximal eine Minute gewartet und wurden unglaublich freundlich von der freiwilligen Helferin mit unseren Sachen versorgt. Zu den Startunterlagen gab es ein tolles Mikrofaser-Handtuch, ein schöner Turnbeutel von CamelBak und noch ein paar Kleinigkeiten und Gutscheine.

    Nach einer kleinen Pause im Hotelzimmer liefen wir ein paar Minuten vor dem Start los und warteten in der brütenden Sommerhitze auf den Startschuss um 12:30 Uhr. Kurz davor liefen bereits die ersten Elitenläufer mit unglaublichen Zeiten ins Ziel. Dann ging es los. Die Topsportler*innen unseres Trails waren gefühlt bereits auf dem Berg, wo wir nach rund anderthalb Kilometern bereits auf Spazieren umsteigen mussten, weil der Anstieg einfach zu krass war. Und so blieb es dann auch für die nächsten gut 2 Kilometer.

    Nach dem Verpflegungsstand (auch hier noch einmal vielen Dank an alle Helfer*innen) und einem weiteren kurzen Anstieg ging es bergab. Ich musste echt aufpassen, wo ich hintrat, denn der Weg war entweder sehr steinig oder sehr wurzelig. Zweimal bin ich – glücklicherweise ohne Folgen – umgeknickt und einmal hätte ich mich fast hingelegt.

    Neben dem unglaublichen Panorama hat mich die Freundlichkeit der Mitläufer*innen sehr fasziniert. Wenn man hinter jemandem herlief, wurde immer wieder angeboten zu überholen und es wurde sich gegenseitig motiviert. Auch die Helfer*innen an den vielen Streckenposten wurden nicht müde, jede*n einzelne*n Läufer*in anzuspornen. Einfach nur toll. Die Bilder der Strecke sollten für sich sprechen.

    Nachdem ich während des Laufs gefühlt zehnmal meine Zielzeit angepasst hatte, bin ich nach fast 12 Kilometer und über 500 Höhenmeter mit einer Zeit von 1:31 Stunde als 22ste Frau im Ziel angekommen. Nicht schlecht, wie ich finde. Nur unwesentlich später kam dann auch mein Mann im Ziel an und nach einer Dusche haben wir den Abend auf dem Festgelände mit alkoholfreiem Bier und Pasta ausklingen lassen (auch im Startgeld inbegriffen).

    Eine so schöne Erfahrung, die unbedingt wiederholt werden muss. Aus diesem Grund ist das Hotel für Juli 2023 bereits reserviert. Ich könnte mir gut vorstellen, auch nächstes Jahr wieder den Trail Surprise zu laufen. Wenn es meine Fitness zulässt, dann aber noch am Tag darauf den E16 – der Genuss Trail. Bis bald, Grindelwald!